Kfz-Prüfungen für Oldtimer: Wann werden die europäischen Vorschriften harmonisiert?

Europa hat einen großen Schritt in Richtung Harmonisierung der technischen Überwachung zwischen den Mitgliedsstaaten gemacht. So sieht die EU-Richtlinie von 2014 (2014/45/EU) gemeinsame Regeln für alle Staaten und die gegenseitige Anerkennung von Hauptuntersuchungen in Europa vor. Diese Richtlinie wurde in nationales Recht umgesetzt, so dass eine weniger als 6 Monate alte Hauptuntersuchung prinzipiell europaweit für die Zulassung gültig ist. Sie darf keine kritischen Mängel enthalten und muss in die Landessprache übersetzt sein.

Wenn Sie z.B. ein Auto von Deutschland nach Frankreich importieren, müssen Sie die technische Untersuchung vor Ort nicht wiederholen (wenn sie weniger als 6 Monate alt ist und keine Gegenkontrolle beinhaltet). Allerdings steckt der Teufel immer im Detail und die Realität ist komplexer, besonders für Oldtimer.

Gegenseitige Anerkennung noch unvollkommen

Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die Umsetzung in der Gemeinschaft noch nicht lange her ist und dass die lokalen Behörden manchmal zögern, eine ausländische technische Inspektion anzuerkennen. Der Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten ist noch unvollkommen. Europa arbeitet an der Schaffung einer gemeinsamen Informationsbasis, die die gegenseitige Anerkennung von Inspektionen erleichtern soll. Manchmal wird eine Registrierung blockiert, wenn die lokalen Behörden eine technische Inspektion nicht bei der Verwaltung des Herkunftslandes validieren.

Die Rechtsunsicherheit des Oldtimer-Status in Europa

Zweitens hat die Europäische Kommission den Mitgliedsstaaten in Bezug auf Oldtimer bewusst Flexibilität gelassen. Da die technischen Prüfungen nicht in vollem Umfang auf Autos angewendet werden können, die nicht den Anforderungen unserer Zeit entsprechen, bleibt es jeder Regierung überlassen, ihre eigenen Standards festzulegen. So sind beispielsweise die Anforderungen an die Bremsen und die Straßenlage in der Regel geringer, und bestimmte Ausrüstungen, die bei der Markteinführung des Fahrzeugs nicht vorgeschrieben waren (z. B. Warneinrichtungen oder Außenspiegel), sind nicht immer erforderlich.

Einige Länder haben daher spezielle Ausnahmestatus für Autos, die älter als 30 Jahre sind, beibehalten (die „Sammel“-Kennzeichenkarte in Frankreich oder die H-Veteranenschilder in Deutschland). Für diese Sonderstatus wird die technische Überwachung auf europäischer Ebene grundsätzlich nicht anerkannt. Es besteht jedoch eine gewisse Rechtsunsicherheit bezüglich der Anerkennung der technischen Überwachung für diese Sonderstatus. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 1960 in Verkehr gebracht wurden. Sie sind europaweit von der technischen Prüfpflicht befreit.

Die Notwendigkeit einer weiteren Integration des europäischen Oldtimermarktes

Die Europäische Kommission hat die Integration des Gebrauchtwagenmarktes in Europa mit der Richtlinie zur Harmonisierung der technischen Überwachung 2014 deutlich vorangetrieben. Sie setzt ihre Bemühungen durch die Einrichtung eines einheitlichen Informationssystems fort, das insbesondere für den Autohandel nützlich ist. Diese sind auch für den Import von Oldtimern in den EU-Markt nützlich und ermöglichen :

  • die gegenseitige Anerkennung von Oldtimern zu erhalten, die keinem abweichenden Status unterliegen (mit einer „normalen“ Fahrzeugprüfung)
  • den Käufern bessere Garantien über den Zustand eines importierten Oldtimers zu bieten. Auch wenn es Unterschiede in der Auslegung der Inspektionsvorschriften für diese Autos gibt, sind bestimmte Grundsätze in ganz Europa identisch (Abwesenheit von Korrosion, Sicherheit der Bremsen, Zuverlässigkeit der Masseverbindung usw.). Das Konzept des größeren oder kritischen Schadens ist allen Mitgliedsländern gemeinsam und gibt den europäischen Käufern ein objektives Kriterium für die Beurteilung des Zustands eines Oldtimers.

s müssen jedoch noch Schritte unternommen werden, um die Schaffung eines echten „europäischen Oldtimer-Marktes“ zu erleichtern. Europa muss über Fahrzeuginspektionsverfahren verfügen, die an diese Fahrzeuge angepasst sind und von allen Mitgliedsstaaten gegenseitig anerkannt werden. Die Anpassung der Standards für die Fahrzeuginspektion setzt voraus, dass die Besonderheiten von Oldtimern ausdrücklich anerkannt werden und die technischen Anforderungen nach Produktionszeiträumen festgelegt werden. Auf der Grundlage der ursprünglichen durchschnittlichen Leistung ist es wünschenswert, angemessene Standards für Oldtimer zu definieren.

Die gegenseitige Anerkennung von Fahrzeuginspektionen für Oldtimer erfordert die Harmonisierung des Ausnahmestatus, der Autos, die älter als 30 Jahre sind, in den verschiedenen Mitgliedstaaten gewährt wird. Die regulatorische Kakophonie, die in diesem Bereich herrscht, ist wirklich schädlich für den europäischen Oldtimer-Markt, der nach wie vor zersplittert ist. Dieser Markt ist heute eine Quelle der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Wertschöpfung sowie ein Element des europäischen Kulturerbes. Es besteht die Notwendigkeit, die Integration des europäischen Oldtimer-Marktes zu erleichtern.

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